Dienstag, 5. November 2013

Apfelkuchen mit Marzipan und Olivenöl






















Ein Kuchen mit Olivenöl? Das fand ich fast schon ein wenig frech, als ich den entsprechenden Titel in "Nachgewürzt", dem Foodblog der NZZ, entdeckte. Ich meine, Öl statt Butter im Teig zu verwenden, das kannte ich ja schon von amerikanischen Muffin- oder Cupcakes-Rezepten, doch die machten das immer mit so etwas Neutralem wie Sonnenblumenöl. Aber Olivenöl? Diese Perle aus dem Süden, dieses flüssige Gold, ohne das meine Küche sich niemals vollständig fühlen könnte?

Und dann gleich noch der nächste Hammer: Das Olivenöl kam ja gar nicht in den Teig, sondern in die Apfelfüllung! Outrageous! Musste ich probieren!

Gesagt, getan, und ich kann euch verraten, der Kuchen ist wirklich eine Wucht. Eine Koryphäe auf dem sehr grossen und bisweilen steinigen Feld der Apfelkuchen. Ein Must für alle Fans der Schwestern Tatin, und für diejenigen von Wähen, Dünnen und Strudeln sowieso.

Durch das Olivenöl (und vielleicht auch durch das Eiweiss?) bleibt die Füllung herrlich saftig, ohne dass das jedoch auf den Teig abfärben würde. Dieser hingegen ist mir einen Tick zu krümelig geraten, was aber auch an meinem Turbo-Ofen liegen kann. Da er aus Krankheitsgründen nämlich nur zwischen heiss und sehr heiss unterscheiden kann, ist präzises Backen damit eine wahre Kunst.






















Das Rezept habe ich im Übrigen eins zu eins so nachgebacken, wie es im Blog steht; allein die Streifen zur Verzierung habe ich mir erspart, da der Teig meiner Meinung nach etwas schwer auszurollen geschweige denn in Streifen zu schneiden ist. Stattdessen habe ich robustere Herzen ausgestochen und diese dann auf der Apfelmischung verteilt. Sieht ebenfalls ganz nett aus, obwohl dadurch etwas mehr Apfelmasse frei respektive Teigmasse übrig bleibt.

Was dem positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil!

Kommentare:

lieberlecker hat gesagt…

Hier http://lieberlecker.wordpress.com/2013/09/19/zurcher-pfarrhaustorte/ werden die Äpfel z.T. auch geraffelt und mit Eiweiss aufgelockert. Deshalb weiss ich, dass auch Dein Kuch super geschmeckt hat.
Wenn man nichts davon weiss, merkt man das Olivenöl?
Liebe Grüsse aus Zürich,
Andy

Bestsmellers hat gesagt…

Ich glaube, rein vom Geschmack her würde man das Olivenöl nicht herausspüren, eher in Bezug auf Feuchtigkeit und Konsistenz ... allerdings habe ich den Kuchen so verschlungen, dass ich gar nicht bewusst darauf geachtet habe ... muss ihn wohl nochmals backen ... ;-)