Dienstag, 8. November 2011

Safari

Ich bin wieder im Lande! Eigentlich schon seit einer Woche, aber nach meiner Reise durch Ostafrika bin ich in ein so tiefes After-Holiday-Tief gefallen, dass ich mich zu nichts, aber auch wirklich gar nichts, aufraffen konnte. Zu schön war dieser eine Monat, zu viele Abenteuer habe ich erlebt und zu viele liebe Menschen getroffen als dass ich einfach so zum Alltag hätte übergehen können.

Doch damit ist jetzt Schluss! Trübsal blasen hat schliesslich noch niemandem geholfen, schon gar nicht, wenn man sich nach Abschluss des Studiums eigentlich auf Jobsuche begeben sollte. Daher packe ich jetzt den Stier - oder Büffel - bei den Hörnern und tanke ein wenig Energie mithilfe meiner Erinnerungsfotos.









































In diesem Post möchte ich euch mitnehmen auf eine Safari, von der Savanne im Nairobi National Park bis hin zu den grünen Weiten des Lake Naivasha. Den Beginn macht allerdings die Hauptstadt selbst, dieser chaotische, lärmige, aufregende und manchmal etwas unheimliche Grossstadtdschungel.

Eines gleich vorweg: So etwas wie Nairobi habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Der Verkehr ist haarsträubend, sowohl was die Menge der Fahrzeuge als auch den Zustand der Strassen betrifft. Schlaglöcher so hoch, dass ich mich locker drin verstecken könnte, sind keine Seltenheit, Ampeln gibt es grundsätzlich keine und Fussgänger überqueren die Strassen, wo es ihnen gerade passt. Es ist ein Wunder, dass trotzdem so wenig Unfälle passieren - meine Wenigkeit sass oft mit geschlossenen Augen auf dem Beifahrersitz, weil sie sich schon tot im Strassengraben liegen sah.


Fast ebenso überwältigend wie der Verkehr sind die für Europäer ungewohnten Menschenmassen - überall sind Leute und alle zwei Sekunden wird man von irgendjemandem angesprochen. Dies liegt sicher auch daran, dass man als Tourist auffällt wie ein gelb-gepunkteter Pudel. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Nairobi so wenig wazungu - so wenig Weisse - gibt, schliesslich ist es die kenianische Hauptstadt und ein wichtiges Zentrum für die Wirtschaft Ostafrikas. Doch nach vier Tagen sind meine Mitreisende und ich zu dem Schluss gekommen, dass die meisten Touristen sich wohl nicht auf die Strasse trauen und sich lieber irgendwo in Luxushotels und Reisebussen verstecken.

Schade, denn ihnen entgeht etwas: Der Teil Afrikas nämlich, der ausserhalb der Nationalparks und der wunderschönen Landschaften liegt, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Und auch wenn wir durch unsere Art zu reisen - öffentlicher Verkehr und Rucksack statt organisierter Gruppensafari - auch einige angespannte Momente erlebt haben, so machen die positiven Eindrücke und die tollen Begegnungen diese tausendfach wieder wett.





















Ganz ohne Touristenattraktionen ging es dann aber auch bei uns nicht. So haben wir am zweiten Tag den Nairobi National Park besucht, eine kleine und preiswerte Alternative zu den grossen Reservaten wie Masai Mara oder Tsavo. Und es hat sich gelohnt: Bis auf einen Löwen haben wir alle Tiere zu Gesicht bekommen, die der Park zu bieten hat.





















Einen Tag darauf sind wir ausserdem zum Lake Naivasha gefahren, einem Süsswassersee etwa zwei Autostunden nördlich von Nairobi. Nach dem Staub und der Hitze der Hauptstadt war die Bootsfahrt in der idyllischen Landschaft die reinste Erholung, auch wenn ich ein wenig Angst vor den Hippos hatte, die in dem See ihr Zuhause haben. Wusstet ihr, dass in Afrika mehr Menschen durch Angriffe dieser Flusspferde sterben als durch jedes andere Wildtier, Schlangen und Löwen inklusive??? Und dabei sehen die doch so friedlich aus...





















Neben den Hippos gehören Giraffen und Waterbucks zu den Attraktionen des Lake Naivasha. Und da es in der Gegend keine Raubkatzen gibt, kann man sich ohne Probleme zu Fuss auf die Pirsch begeben, was viel aufregender ist, als die Tiere vom Auto aus zu beobachten. Wenn man dann aus zwei Metern Entfernung zusieht, wie ein tapsiges Giraffenbaby versucht an einen höher gelegenen Zweig zu gelangen, so muss man einfach begeistert sein von diesem Ort...


So viel zur ersten Etappe unserer Safari. Im nächsten Post nehme ich euch mit zum Lake Bogoria, wo man ohne Feuer Eier kochen kann, und nach upcountry, wo es einen Einblick gibt in die Küche des Kikuyu-Stammes. Also dranbleiben! :-)

Kommentare:

Corrisande hat gesagt…

Willkommen zurück erstmal - schön wieder von die zu lesen :)

Die Fotos sind einfach toll - irre, ich kann mir kaum vorstellen, das live zu erleben.

Für die Jobsuche wünsch ich dir ganz viel Glück - nicht unterkriegen lassen!

Bestsmellers hat gesagt…

Vielen Dank für den lieben Kommentar, das Glück für die Jobsuche kann ich gut gebrauchen! Und das Wort "irre" trifft die Reise auf den Kopf - irre toll, irre irre...:-)