Samstag, 9. Juni 2012

Saccu vacanti nun pò stari a'gritta (5): Caponata

Von Lissabon nach Sizilien. Manch einen mag dieser Sprung überraschen, doch bei näherem Hinsehen ist er eigentlich gar nicht so gross, wie man denken könnte. Denn schon beim Schreiben meiner letzten Posts ist mir aufgefallen, dass es zwischen den beiden einige Ähnlichkeiten gibt: Der Baustil, der Einfluss verschiedenster Kulturen, das mediterrane Flair, die eher zurückhaltenden Art Fremden gegenüber ... kein Wunder, dass ich mich immer wieder ein bisschen an meine zweite Heimat erinnert fühlte!

















Doch es gibt auch noch einen anderen Grund, warum mir das sizilianische Essen seit Lissabon wieder im Kopf herumspukt: Ein kleines italienisches Restaurant namens Casanostra, in einer kleinen und unscheinbaren Strasse mitten im Bairro Alto gelegen. Dort habe ich das erste Mal seit gefühlten zehn Jahren Caponata gegessen (eigentlich sind es bloss zwei Jahre, aber es kommt mir viiiieeel länger vor).

Caponata ist eine sizilianische (oder allgemein italienische? Ich weiss es nicht genau) Spezialität aus süss-saurem Gemüse. Grundsätzlich kann man reinschnibbeln, was einem gefällt, auf jeden Fall aber müssen Auberginen, Zwiebeln und Knoblauch in die Mischung. Auch Stangensellerie, Oliven und Kapern kommen gut, oder Kürbis (habe ich noch nie probiert) und Artischocken (toll!).




























Wenn man davon absieht, dass das Gemüseschneiden einiges an Zeit kostet, ist Caponata herrlich leicht zubereitet. Man kann sie sowohl warm essen als auch kalt, mit ein wenig zusätzlichem Olivenöl als Antipasto oder mit Brot, Käse und kaltem Fleisch als Hauptgang.

Bei mir hat sie jetzt übrigens gerade die beginnende Nachtschicht eingeläutet...

Rezept:
1 Aubergine
1 Zwiebel
2 grosse Knoblauchzehen
1 rote Peperoni
2 Stangen Staudensellerie
1 Handvoll Oliven
1 Handvoll Mandeln, geschält
1 EL Kapern
2 Tomaten
1 EL Zucker
2-3 EL Rotweinessig
1 EL Fenchelgrün
Salz, Pfeffer, Oregano
Olivenöl

















1.) Die Aubergine würfeln, mit Salz bestreuen und für etwa eine halbe Stunde stehen lassen. Die Flüssigkeit abgiessen und die Würfel trockentupfen. Anschliessend in Olivenöl langsam goldbraun anbraten und beiseite stellen.

2.) Knoblauch und Zwiebel grob hacken und in der gleichen Bratpfanne langsam dünsten. Peperoni entkernen und würfeln, Staudensellerie kleinschneiden und beides in die Pfanne geben. Oliven und Mandeln grob hacken und zusammen mit den Kapern unter das Gemüse mischen. Weiterdünsten, bis die Peperoni weich ist.

3.) In der Zwischenzeit die Tomaten überbrühen, die Haut abziehen und die Kerne entfernen. Ebenfalls klein schneiden, in die Pfanne geben und ziehen lassen, bis keine Stückchen mehr sichtbar sind.

4.) Zum Schluss die Aubergine wieder zugeben und alles mit Salz, Pfeffer, Oregano und dem gehackten Fenchelgrün abschmecken. Die Gemüsemischung etwas zur Seite schieben und den Zucker in die Mitte geben. Karamellisieren und mit Essig ablöschen, bevor der Zucker braun wird. Alles mischen und gut durchziehen lassen.

Kommentare:

A Charmed Life hat gesagt…

Mhhh, das hört sich gewaltig nach Sommer an! Lecker :)

Lieben Gruß, Maja

Bestsmellers hat gesagt…

Stimmt genau! Jetzt weiss ich auch, warum es mir bei dem miesen Wetter noch viel besser geschmeckt hat...Sommer, wo bist du?!