Montag, 15. August 2011

Saccu vacanti nun pò stari a'gritta (3): Mandel-Pannacotta





















Oh du geliebte Mandelmilch, wie habe ich dich vermisst, die Zeit ohne dich war wieder einmal viel zu lang! Doch nun habe ich dich bei mir und so schnell kann uns auch keiner mehr trennen! Zwölf süsse Liter von dir lagern noch in meinem Keller, bevor wir uns im Süden endlich wieder sehen...


Im Ernst, hat schon mal jemand von euch Mandelmilch - oder wie es auf Italienisch heisst: Latte di Mandorla - getrunken? Dieses süsse, cremige Getränk mit dem Geschmack von Amarettini, aber ohne das Bittere der Bittermandel? Wenn nicht, dann müsst ihr das unbedingt nachholen!

In Sizilien trinkt man Mandelmilch gerne im Sommer, weil sie in der Hitze erfrischend wirkt. Man kann sie pur geniessen, zu Granita verarbeiten, in den Kaffee mischen oder, ganz verwegen, zum Cocktail mixen benutzen.

Ich habe zum gestrigen Sonntagssüss ein Mandel-Pannacotta versucht. Erst hatte ich etwas Angst, dass es nicht fest wird, doch es hat wunderbar geklappt. Ausserdem bin ich dank meines Bruders im Besitz einer ganzen Wagenladung voll Mandelmilch und musste darum keine Angst haben, meinen kostbaren Schatz zu vergeuden...

Mandelmilch kann man zwar relativ leicht selber herstellen; allerdings braucht man dazu rohe und ungetrocknete Mandeln, die man hier eigentlich fast nicht findet. Ich würde daher empfehlen, dem italienischen Spezialitätengeschäft des Vertrauens einen Besuch abzustatten. Oft findet man dort auch paar Flaschen Latte di Mandorla.

Der Rest ist einfach...

Rezept:
3 dl Sahne
3 dl Latte di Mandorla
4 Blatt Gelatine

1 Handvoll Mandelsplitter, geschält

Karamellsauce nach diesem Rezept (ohne Datteln)

1.) Die Gelatine in etwas kaltem Wasser einlegen. Sahne und Mandelmilch in einem Topf aufkochen, die Hitze reduzieren und anschliessend für ca. 15 Minuten einkochen lassen. Zwischendurch umrühren.

2.) Den Topf vom Feuer nehmen, die Gelatine vorsichtig ausdrücken und untermischen. Sehr gut rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Direkt in vier kleine Förmchen verteilen und für mehrere Stunden kalt stellen. Da die Mandelmilch flüssiger ist als Sahne, braucht die Mischung etwas länger als bei normalem Pannacotta - ca. 6 Stunden.






















3.) Vor dem Servieren: Die Mandelsplitter ohne Fett in einer Pfanne rösten und beiseite stellen. Die Förmchen aus dem Kühlschrank nehmen, mit einem flachen Messer etwas vom Glasrand lösen und auf ein Tellerchen stürzen. Dann die Karamellsauce zubereiten und zusammen mit den Mandeln über dem Pannacotta verteilen.

Buon appetito!

Freitag, 12. August 2011

10 Dinge...

...die ich im vergangenen Monat neu kennen gelernt habe:

1.) Süsskartoffeln in buttriger Brötchenform. Sehr lecker.

2.) Die wunderschöne Fotoreportage "Days With My Father" von Phillip Toledano. Gesehen bei Durchsonnt.

3.) Charles Bradley. Ohne Worte.


4.) Das Gefühl, eine Tetanus-Impfung in den Arm geballert zu bekommen. Ebenfalls ohne Worte.

5.) Unzählige Texte über Friedensjournalismus, Konfliktberichterstattung, Objektivität, Leitfadeninterviews.

6.) Den Film "The Road" mit Viggo Mortensen. Erschütternd. Gruselig. Genial.



7.) Das Zürcher Brockenhaus, eine Art permanent eingerichteter Flohmarkt. Altes Geschirr, Möbel, allerlei Kuriositäten. Herrlich zum Schmökern.

8.) Das Gefühl, bald zum Heimwerker zu werden, bedingt durch eine wachsende Liste von DIY-Projekten. Da ich mich wegen meiner zwei linken Hände immer von solchen Sachen ferngehalten habe, ist das tatsächlich eine ganz neue Erfahrung für mich...

9.) Den Borgia Jazz Club in Siracusa, Sizilien, dessen Seite leider noch im Aufbau ist.

10.) Das Schweizerische Sozialarchiv und seine äusserst nette Bibliothekarin.


("10 Dinge", gesehen bei Myriam Kemper.)

Donnerstag, 11. August 2011

Mango-Erdnuss-Curry

Nein, ich werde euch nicht damit nerven, dass Thai-Curry eigentlich nichts für heisse Sommertage ist.

Nein, ich werde euch nicht damit nerven, dass draussen leider kein heisser Sommer herrscht.

Und nein, ich werde mich selbst nicht damit nerven, dass meine zaghafte Sommerbräune vor lauter Verschüchterung bereits wieder erbleicht ist.






















Stattdessen krame ich die dicke Kokosmilch und die scharfen Chillis aus dem Schrank und wärme mich an heissem Thai-Curry. Das macht Freude und zaubert sogar ein bisschen Feriengefühl in die Wohnung.

Das Rezept ist zwar möglicherweise nicht besonders authentisch, denn ich habe es mir über die Jahre hinweg selbst zusammengepanscht. Trotzdem gehört es mittlerweile zu meinen Lieblingsgerichten - die Mango bildet einen schönen, frischen Gegensatz zum sonst eher schweren Red Curry...





















Folgende Zutaten braucht ihr zum Nachkochen - ein Wok ist dabei übrigens sehr angenehm, sollte aber keiner zur Hand sein, funktioniert es auch gut in einer grossen Bratpfanne:

Rezept für 2 Personen:
2 Hühnchenbrüste
1 Mango
500 ml Kokosmilch
2 EL rotes Thai-Curry
1,5 EL Erdnussbutter (crunchy)
1 Handvoll Erdnüsse, geröstet
1 kl. Stück Ingwer
2 Frühlingszwiebeln
1 Chillischote
1 TL gemahlener Koriander
Öl zum Anbraten





















1.) Die Chillischote und die Frühlingszwiebeln hacken. Das Fleisch kurz mit Wasser abspülen, trockentupfen und in Würfel schneiden. In einer Pfanne mit etwas Öl anbraten und gut würzen.

2.) Die Hitze runterdrehen, Zwiebeln, Chilli und das rote Curry dazugeben. Kurz mitdünsten und mit Kokosmilch ablöschen. Die Mango schälen, klein schneiden und zugeben. Den Ingwer schälen und reiben, den Koriander und die Erdnussbutter zugeben und alles gut mischen.

3.) Das Curry für etwa 15 Minuten auf kleiner Stufe köcheln lassen und in der Zwischenzeit den Reis garen. Kurz vor dem Servieren die Erdnüsse unter das Curry rühren und anschliessend über den Reis geben.

Dienstag, 9. August 2011

The White Prince and the Wedding Dress – A True Pack of Lies

Für heute einmal etwas ganz anderes. Etwas, das nichts mit Kochen zu tun hat, mit Essen oder mit Wohnen. Einfach eine schöne Geschichte, in die ich mich verliebt habe. Lest selbst: Ein Briefroman von Cornelia Steffen, erster Teil.

Gefunden habe ich ihn im Neuland, einem noch relativ neuen Web-Magazin, das auf nicht-kommerzieller Basis von Journalisten, Designern, Künstlern und anderen Medienschaffenden herausgegeben wird. In der Testphase immer am ersten Freitag des Monats, mittlerweile leider "nur" noch jeden zweiten Monat. Spannende Texte entgegen dem Mainstream, wunderbare Bildreportagen, manchmal sogar ganze Dokumentarfilme. Lesenswert. Unterstützenswert.

Viel Spass beim Schmökern!

Donnerstag, 4. August 2011

Gib dem Affen Zucker...






















Die Menschen reagieren ja bekanntlich unterschiedlich auf Stress. Die einen können nicht mehr schlafen, den anderen vergeht der Appetit und die dritten essen dafür umso mehr.

Ratet mal, zu welcher Gruppe ich gehöre. Genau.

Wenn ich viel zu tun habe, entwickle ich eine Art Belohnungssystem aus Essen, ganz so, als würde man einen kleinen Hund erziehen: Biete ihm ein Leckerli und er macht Männchen. Stelle mir ein Zückerchen in Aussicht und ich arbeite problemlos drei Stunden durch, egal ob ich nun motiviert bin oder nicht.





















Zur Zeit findet dieses System rege Anwendung, muss ich doch 80 Seiten Masterarbeit binnen einer Frist von 3 Monaten abliefern. Heute gab's dafür Tapas und Sangria im Zürcher Niederdorf, mit bester Aussicht auf die flanierenden Touristen, Studenten und Transvestiten.

Ein gelungener Feierabend.


Und wie habt ihr den Tag ausklingen lassen?

(Ort: Tasca Romero, Niederdorfstrasse, Zürich)

Dienstag, 2. August 2011

Süsskartoffel-Brötchen













Vor einiger Zeit hatte ich die Frechheit, mich in meiner eigenen Wohnung von Freunden bekochen zu lassen. Gegeben hat's ein äusserst leckeres Menu aus dem Hause Jamie Oliver: Rindscarpaccio mit einer Beilage aus Kürbis, Kastanien und Rucola-Salat.

Zumindest war es so angedacht. Nicht einberechnet wurde die Tatsache, dass im Juli so gut wie nirgends Kürbis zu finden ist, worauf dieser kurzerhand durch Süsskartoffeln ersetzt wurde. Diese Mischung war nicht nur einfach köstlich, sondern hat in mir auch eine lange vergessene Liebe zur gemeinen Süsskartoffel wiedererweckt.

Kurze Zeit später habe ich auch schon das Internet nach möglichen Rezepten abgegrast und wurde fündig bei chefkoch.de: Süsskartoffel-Brötchen, das musste ich probieren!

Erst war ich etwas skeptisch, als ich die grosse Menge Butter gesehen habe, aber dann habe ich's doch (fast) genau so gemacht wie empfohlen. Lediglich die grossen Kartoffel-Stücke habe ich mir gespart und stattdessen die ganze Masse püriert. Die Gewürze wurden ebenfalls weggelassen und nur in Form von etwas Zimt in der Milchglasur wieder hineingeschmuggelt; dafür wurden jedoch einige getrocknete Kirschen unter den Teig gemischt.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Die Brötchen sind süss, sehr locker und erinnern insgesamt ein wenig an Scones, wenn sie auch deutlich buttriger sind. Das nächste Mal werde ich wohl doch etwas weniger nehmen und den Flüssigkeitsverlust dafür mit Milch ausgleichen. Aber fürs erste Mal: 9 von 10 Punkten!

Freitag, 29. Juli 2011

Fleischeslust






















Ich bin normalerweise kein Fan von allzu deftigen Gerichten. Ich liebe die mediterrane Küche, mag Pasta und würde ein Stück gegrillten Fisch jedem Knödel und jeder Haxe vorziehen. Aber ab und zu, so ungefähr einmal alle sechs Monate überkommt mich so ein unglaublicher Appetit auf alles, was vor Fett und Fleisch und "Deftigkeit" nur so strotzt.

Dann könnte ich alles in mich hineinstopfen, von Buletten über Speck mit Bohnen an dieser herrlich cremigen Sauce bis hin zu Wurstsalat, oder genauer: Wurst-Käse-Ei-Zwiebel-Apfel-Salat mit Essiggurken. Die pure Fleischeslust. Eine so unglaublich perverse Mischung, dass sie schon wieder gut ist - man verzeihe mir den Ausdruck.

Glaubt ihr nicht? Dann probiert es bei der nächsten Fressattacke einfach mal aus...

Rezept:
1 Cervelat
2 Rauchknebeli (oder eine andere Räucherwurst)
6 Scheiben Fol Epi
1-2 Eier
3 kleine Essiggurken
1 Zwiebel
0,5 Apfel

Dressing:
4 EL Sonnenblumenöl
1,5 TL Apfelessig
1 TL Mayonnaise
1 TL Dijon-Senf
Aromat, Pfeffer, getrocknete Petersilie

1.) In einer Schüssel die Zutaten für das Dressing vermischen, wobei das Öl zum Schluss dazukommen sollte. Falls kein Aromat zur Hand ist - das lässt sich auch gut durch Salz ersetzen oder mit anderen Salatkräutern ergänzen.

2.) Die Eier hart kochen (ca. 8-9 Minuten) und auskühlen lassen. Den Apfel und die Zwiebel schälen und zusammen mit den anderen Zutaten klein schneiden. Zum Schluss die ausgekühlten Eier schälen, hacken und alles gut mischen.