Freitag, 9. September 2011

Wolken






















Wolken gab es in diesem Sommer ja so einige. Regenschwere, tiefliegende Wolken, Schleierwolken, fluffige Schäfchenwolken, weisse Wolken, graue Wolken, rosa Wolken und manchmal sogar violette und vor lauter Elektrizität schon fast vibrierende Wolken.

Diese letzten Exemplare mag ich besonders gerne. Wenn sie sich am Horizont auftürmen wie die Pilze und man darin die eigenartigsten Formen und Gestalten sehen kann. Wenn man in der Luft dieses Flirren spürt, diese Anspannung, mit der sich die Natur auf den nahenden Knall vorbereitet. Und wenn das Gewitter dann kommt, stehe ich am Fenster, schaue mir die Blitze an und weiss, dass ich zu Hause vollkommen sicher bin.

Dieses Wochenende allerdings wünsche ich mir keine Wolken, weder die gewittrigen noch die weissen Schlieren von den obigen Bildern. Ich fahre nämlich nach Norddeutschland, wo mit einem Gartenfest die Hochzeit einer Freundin gefeiert wird. Ich wünsche euch allen ein wunderschönes und hoffentlich regenfreies Wochenende! Bis baaaaald...!

Mittwoch, 7. September 2011

Filet im Teig




















Schon seit Tagen gelüstet es mich unglaublich nach Filet im Teig. Keine Ahnung warum - es ist eigentlich nichts, was ich selber koche, obwohl ich es sehr gerne mag. Irgendwie ist dieses Gericht für die jährlichen Familienfeiern reserviert, für Weihnachten, Neujahr, Ostern und so einen Kram. Aber eben, die Wege des Appetits sind manchmal unergründlich.

So habe ich mich denn aufgemacht, das Filet im Teig zum ersten Mal selber herzustellen - und dabei gemerkt, dass es gar nicht so schwierig ist. Ihr müsst wissen, dass ich mich ein wenig davor scheue, Fleisch am Stück zu braten, weil man da nie so genau weiss, wann es nun durch und wann schon zu sehr durch ist. Da man in diesem Fall das Filet aber wirklich nur kurz vorbraten muss und es zur Not im Backofen noch nachgart, war das gar kein Problem.

(Oder vielleicht habe ich auch nur einen Glücksgriff getan...)


























Die Füllung besteht - neben dem offensichtlichen Filet - aus einer Masse aus Brät, Zwiebeln, Champignons und frischen Kräutern. Diese wird auf eine Lage Rohschinken gestrichen, die wiederum gemütlich auf dem Blätterteig ruht. Obendrauf kommt das Filet und dann wird das Ganze eingerollt - wirklich ziemlich simpel.

Rezept für 2 Personen:
200 - 250 g Schweinefilet, am Stück
250 g Blätterteig, ausgewallt
4-5 Scheiben Rohschinken oder Schinkenspeck
1 Ei
Salz, Pfeffer, Paprika, Knoblauchpulver
Öl zum Anbraten

Füllung:
100 g Kalbsbrät
100 g Champignons
1 kl. Zwiebel
1 kl. Bund Petersilie
1 kl. Bund Salbei
Butter zum Dünsten

1.) Das Ei trennen und zur Seite stellen. Zwiebel, Champignons, Salbei und Petersilie klein hacken und mit etwas Butter während ein paar Minuten dünsten. Kurz abkühlen lassen und in einer Schüssel mit dem Brät mischen.

2.) Das Filet würzen und im Öl kurz und auf allen Seiten auf hoher Stufe anbraten. Auf ein Küchenpapier legen und abtupfen.

3.) Den Blätterteig auslegen und den Rohschinken darauf verteilen. Dann das Brät auf die Fläche streichen und das Filet darauf legen. Das Fleisch in den Teig einschlagen - erst der Länge nach, dann die Seiten einschlagen - und mit dem Eiweiss festkleben. Rundum mit Eigelb bestreichen und bei 200 Grad für ca. 30-40 Minuten in der Ofenmitte backen.


Es gehört sich übrigens, das Filet im Teig vor dem Backen noch ordentlich zu verzieren, wobei meistens Förmchen aus den Teigresten ausgestochen werden. Zu Weihnachten müssen's natürlich Monde und Sterne sein, unter dem Jahr ist man in der Gestaltung freier. Bei mir wurden's dieses Mal Herzchen...aber im Ernst, wehe ihr lasst die Verzierungen weg, dann ist aber Schicht im Schacht!

Dazu passt: Reis, Salat, Gemüse - für mich am besten Erbsen mit Karotten - oder Käsestangen aus den übrigens Teigresten.

Sonntag, 4. September 2011

Kokos-Prallinés





















Diese Kokos-Prallinés habe ich letzte Woche für eine Freundin zum Geburtstag gemacht. Es war mein erster Confiserie-Versuch seit Langem - zu viele Fehlschläge habe ich in der Vergangenheit schon erlebt. Aber diese kleinen Kugeln hier fand ich dann doch ganz passabel, und da ich noch weisse Schokolade übrig hatte, wurde diese Woche gleich nochmal gekugelt.

Rezept:
100 g weisse Schokolade
20 g Butter
1 EL Sahne
3 Tropfen Rumaroma
3 EL Mandeln, gemahlen
50 g Kokosraspel

Kokosraspel zum Wenden

1.) Die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Die Butter zugeben und ebenfalls schmelzen. Anschliessend Rumaroma und Sahne zugeben und gut mischen.

2.) Mandeln und Kokosraspel zugeben und die Masse zu Kugeln formen, so lange sie noch warm ist. In einem Schälchen mit Kokosraspeln wenden und in die Papierförmchen legen. Anschliessend für mehrere Stunden kühlstellen.

Die Prallinés schmecken übrigens am besten direkt aus dem Kühlschrank. Wenn ich sie allerdings mit den Raffaellos aus dem Supermarkt vergleiche, dann besteht möglicherweise noch Optimierungspotenzial. Wie wär's mit einem knackigen Kern aus Macadamia-Nüssen? Oder einem zusätzlichen Schuss Joghurt? Oder...?

Andere Vorschläge...?

Mittwoch, 31. August 2011

Crevetten mit Zitronengras, Limette und Knoblauch



Ich habe ein neues Kraut für mich entdeckt - oder vielmehr ein Gras, sollte ich sagen. Genauer: Zitronengras, wohl das Frischeste unter den Kräutern. Ich LIEBE es.

Für einen ersten Kochversuch wurden die leicht hölzernen Stängel klein gehackt und zusammen mit Knoblauch und Limette zu einer Marinade verrührt. Dann ein paar Crevetten flux darin gewendet und im Kühlschrank kalt gemacht.

Dazu gab es Gemüse nach japanischer Art: Sojasprossen, Shitake, grüne Paprika und Zwiebeln, abgelöscht mit ein wenig Sojasauce. Ein herrliches Menu!

Rezept:
4 Crevetten, geschält
2 Stück Zitronengras, ca. 10 cm
1 Limette
1 Knoblauchzehe
5 EL Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer

1.) Die Crevetten waschen und trockentupfen. Am Bauch mit einem scharfen Messer einschneiden und vorsichtig den Darm herausziehen (die meisten Kochbücher raten zwar dazu, die Crevette am Rücken aufzuschneiden, aber ich finde es so rum einfacher...vielleicht kommt es aber auch auf die Crevette an...?).

2.) Die Knoblauchzehe auspressen. Die Limette heiss abwaschen, die Schale abreiben und anschliessend eine halbe Limette auspressen. Den Saft mit dem Knoblauch und der Schale vermischen.

3.) Die äusserste, hölzerne Schicht des Zitronengrases entfernen und den Rest klein hacken - je kleiner desto besser. Zum Limettensaft geben, das Öl zufügen und mit gut Salz und Pfeffer abschmecken. Die Crevetten in der Marinade wenden und etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.

4.) Rund 3-4 EL der Marinade - mit möglichst viel "Inhalt" - in eine Bratpfanne geben und für ein paar Minuten dünsten; so wird das Zitronengras schön weich und verliert seinen faserigen Biss. Anschliessend die Hitze hochdrehen und dann die Crevetten - diesmal sollte man darauf achten, dass möglichst kein Zitronengras mehr daran klebt - während 3 Minuten braten, bis sie schön rosa sind. Auf einem Teller anrichten und das Öl aus der Pfanne darüber verteilen.

Sonntag, 28. August 2011

Die Anti-Atomkraft-Torte

!!!ACHTUNG!!!

Dieser Post wird politisch. Wer ihn nicht lesen möchte, hat jetzt noch Zeit wegzuklicken.

Okay.





























Ich wurde im Jahr von Tschernobyl geboren und bin damit noch zu jung, um mich an die Auswirkungen der Katastrophe zu erinnern. Aber ich weiss noch, wie ich als etwa 7-Jährige ein Geo-Heftchen in die Finger bekommen habe, das diesem Thema einen Titel widmete. Ich konnte noch nicht richtig lesen, aber die Bilder sagten mir mehr, als es der Text je vermocht hätte: Kinder in meinem Alter, mit grauenhaften Fehlbildungen, mit Wasserköpfen und wuchernden Geschwüren im Gesicht. Ich wusste damals noch nicht, was das war, und habe erst später einen Zusammenhang hergestellt.

Aber es hat mir trotzdem eine Heidenangst eingejagt.

Und diese Angst ist geblieben, bis heute, so dass sich mein Magen jedes Mal unangenehm verkrampft, wenn ich in der Ferne die Dampfwolken aus dem Kühlturm von Leibstadt so malerisch in den Himmel aufsteigen sehe.

Natürlich weiss ich, dass unsere Atomkraftwerke sicher sind. Genauso sicher wie die im Hightech-Land Japan, Fukushima in all seiner Tragik hat es ja bewiesen. Und danach sah es lange Zeit so aus, als ob die Atomkraft das beherrschende Thema des derzeitigen Schweizer Wahlkampfes werden würde. Und was ist jetzt? Alle diskutieren über den starken Franken, die armen Konsumenten, die ausbleibenden Touristen und die ausländischen Raver, die an der Street Parade 10 Franken für ihr Bier zahlen müssen.

Ich bin nicht naiv. Ich weiss, wie die Politik funktioniert, und dass es dort genauso Hypes gibt, wie in der Medienberichterstattung. Wie überall. Doch das heisst nicht, dass ich deshalb nicht wütend sein darf. Dass ich nicht das Recht hätte, mich darüber aufzuregen - oder?

Darum sage ich es hier: Ich bin wütend. Stinkwütend! Auf die Politiker, die sich eines Themas nur dann annehmen, wenn es ihnen Wählerstimmen bringt. Auf die Experten, die sich im Fernsehen hinstellen und behaupten, Atommüll sei ja gar nicht gefährlich. Und auf die - pardon - dummen Massen, die heute bereits vergessen haben, wie laut sie nach Fukushima nach dem Atomausstieg gerufen haben.

Und mit diesem Kuchen setze ich hinter diese Aussagen ein dickes, fettes Ausrufezeichen. Denn auch wenn die allgemeine Aufmerksamkeit mittlerweile wieder den reisserischen Plakaten einer gewissen Schweizer Partei gilt - ich bin immer noch hier. Ich interessiere mich noch.

So, jetzt ist es raus.





















(Die Torte ist übrigens eine ziemlich simple Schokoladen-Mandel-Mischung, mit Schokoglasur und giftgrünem Marzipan. Mehr Sonntagssüsse, ob politisch oder nicht, findet ihr bei Mat & Mi und hier.)

Mittwoch, 24. August 2011

Hummus-Variation






































Ich habe an anderer Stelle bereits meine Liebe für Hülsenfrüchte kundgetan. Derzeit mag ich sie am liebsten in Hummusform, obschon der Aufwand dafür ziemlich gross ist. Erst die Kichererbsen während zwölf Stunden einweichen, dann schälen, dann für zwei Stunden kochen, dann pürieren...und das alles für einen kleinen Snack!

Dennoch hat das Ganze einen grossen Vorteil gegenüber der Supermarkt-Variante: Man kann nämlich seine eigenen Variationen mischen und ganz nach Geschmack mit mehr Knoblauch, Chilli oder zusätzlichen Kräutern herumexperimentieren.

Ich habe mir fürs erste drei verschiedene Mischungen ausgedacht: Ein Schälchen mit Zitronen-Sesam-Hummus, eines mit Paprika und Chilli und eines mit einer extra Portion Joghurt und Minze.

Diese letzte Variante hat mir persönlich am besten geschmeckt, herrlich frisch und, wer hätte das gedacht, minzig. Aber auch der Zitronen-Hummus hatte etwas für sich. Nicht so überzeugt hat mich hingegen die Paprika-Mischung - obwohl scharf, fand ich sie irgendwie lahm...

Aber vielleicht seht ihr es ja anders? Hier jedenfalls kommen die Rezepte für die hülsigen Leckereien...

Grundrezept:
250 g Kichererbsen, getrocknet
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
2-3 EL Tahina
5 EL Joghurt
3 EL Zitronensaft
2 EL Sonnenblumenöl
Salz

1.) Die Kichererbsen in Wasser einlegen und 10 bis 12 Stunden einweichen lassen. Die Früchte aneinander reiben, damit sich die Schalen lösen und diese dann anschliessend abschöpfen (dieser Schritt funktioniert nicht immer gleich gut, aber ich denke es macht auch nichts, wenn ein paar Schalen dran bleiben). Die Kichererbsen abgiessen, aber das Wasser zurück behalten.

2.) Die Zwiebel hacken und die Knoblauchzehen auspressen. In einem Topf das Öl erhitzen und Zwiebel und Knobi darin dünsten. Die Kichererbsen dazu geben und mit dem Wasser bedecken. Für zwei Stunden auf geringer Stufe köcheln lassen, dann abgiessen, aber das Kochwasser wiederum zurück behalten.

3.) Die Kichererbsen pürieren und mit ca. 1 dl Kochwasser vermischen. Dann Tahina, Joghurt und Zitronensaft zugeben und mit Salz abschmecken.

Für Variante 1: 2-3 EL Sesam in einer Pfanne rösten. Die Schale einer halben Zitrone abreiben und zusammen mit dem Sesam und einem zusätzlichen Spritzer Zitronensaft unter den Hummus mischen.

Für Variante 2: Ein paar Pfefferminzblättchen waschen und klein schneiden. Zusammen mit 2 zusätzlichen EL Joghurt beigeben.

Für Variante 3: Etwa 1,5 TL Paprikapulver unter den Hummus mischen. Eine kleine Chillischote der Länge nach halbieren und die Kerne entfernen, anschliessend hacken und den Hummus damit verzieren.

Ab damit auf's Brot, ein paar frische Scheiben Gemüse drauf und fertig ist der leichte Sommer-Snack! Eine Offenbarung nach 15-stündiger Vorbereitung...

Sonntag, 21. August 2011

...Motivation...





















Ich wusste, dass er irgendwann kommt. Dieser Tag, an dem mir alles zu viel wird und ich am liebsten davon laufen möchte. Wo die Motivation gegen null sinkt und der Berg der Aufgaben unüberwindbar wirkt. Und wo jede Stunde der Erholung und der Freiheit eine Ewigkeit zurück zu liegen scheint.

Ich wusste, dass mich dieser Tag irgendwann zwischen Mitte Juli und Ende September einholen würde; irgendwann zwischen dem Ende des Sizilien-Urlaubes und der Abgabe meiner Masterarbeit also.









































Darum habe ich mir für genau diesen Moment meine schönsten Erinnerungen aufgespart. Erinnerungen an den Sommer, an Tage voller Licht und Schönheit, an das Meer, den Sand, die wunderschöne Vegetation und das gute Essen.

Geniesst es mit mir.

Diese Fotos habe ich in Buccheri geschossen, ein Dorf in den Monti Iblei, wo ein Teil meiner Familie wohnt. Es ist klein, unscheinbar und an manchen Stellen etwas heruntergekommen. Kein Vergleich zur Nachbarsgemeinde Palazzolo, die zum Weltkulturerbe gehört.

Aber für mich ist es der Inbegriff eines sizilianischen Städtchens, wo die Männer tagsüber auf der Piazza Karten spielen und die Frauen auf den winzigen Balkonen Bohnen schälen und sich über die Gassen hinweg unterhalten. Klischeehaft, aber wahr.


Leider komme ich im Moment viel seltener zum Kochen, als ich es eigentlich möchte. Auch das Sonntagssüss muss darum leider eine Woche aussetzen und durch eine Erinnerung vertreten werden: Cannoli, herrlich schmeckende Teigröllchen mit Ricotta-Füllung, und hinterher eine Granita al Limone....mmmm....


Mit diesem virtuellen Motivationsschub verabschiede ich mich in einen arbeitsreichen Nachmittag. Macht's gut und geniesst das Leben!