Kinners, ich bin verliebt!
Verliebt in eine App, und das obwohl ich ansonsten gar nicht zu den App-Jüngern gehöre. Ein Smartphone besitze ich nämlich gar nicht, und das bisher aus einer ganz bewussten Entscheidung heraus. Allerdings habe ich (berufsbedingt) ein iPad und habe da letztens (ebenfalls berufsbedingt) einige Apps getestet...
...und bin dabei auf dieses Goldstück getroffen: Food52 - Holiday Recipes & Party Planning Guide. Ich habe keine Ahnung, wann dieses digitale Kochbuch der beiden New York Times-Autorinnen Amanda Hesser und Merrill Stubbs herausgekommen ist, und vielleicht ist es für euch ja auch schon ein alter Hut. Aber wie gesagt, ich bin verliebt, und da kann man ja bekanntlich keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer nehmen.
Wie es der Name schon sagt, geht es in dieser App um Festtagsrezepte. Klar, dass Winterliches und Weihnachtliches da einen grossen Platz einnimmt - zum Beispiel in Form von Eggnog, gebackenem Truthahn oder White Chocolate Snowflakes. Es gibt aber auch allgemeinere Rezepte für andere Anlässe, zum Beispiel Partybretzel, Pfirsich-Tarte oder gerösteten Feta mit Honig.
Die App ist sehr ästhetisch
gemacht und logisch aufgebaut: Nach einer Einleitung inklusive Video folgen die Rezepte in ungefähr der Form, wie sie auch in einem Festtagsmenü auftauchen würden.
Ausserdem beinhaltet die App einige sehr nützliche Tipps und Anleitungen für gestresste Gastgeberinnen und Gastgeber. Zum Beispiel: Es ist die Nacht vor dem grossen Besuch und der Kuchenteig will nicht aufgehen. Oder: Wie bricht man das Eis, wenn die Gäste erst mal da sind? "Drink all the sangria", könnte eine Antwort lauten...
Alles in allem frage ich mich, warum ich die Möglichkeit der Koch- und Food-Apps bisher nicht genutzt habe - zumal es wirklich sehr entspannt ist, Rezepte auf dem iPad zu lesen.
Aus diesem Grund habe ich beschlossen, daraus eine kleine Serie zu machen: Wann immer ich eine gute App entdecke, werde ich sie hier vorstellen und bewerten. Vorschläge nehme ich natürlich gerne entgegen.
Food52 - Holiday Recipes & Party Planning Guide
Kompatibel mit: iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 5.0 oder neuer.
Kosten: 3 Franken
Bewertung (max. 5): @@@@ 1/2
Sonstiges: Der einzige Nachteil der App ist, dass sie mit amerikanischen Masseinheiten auskommt. Man braucht also einige Übung im Umrechnen von cups, pounds und pints.
Link in den App Store
Samstag, 15. Dezember 2012
Dienstag, 11. Dezember 2012
Einheizen
Phu, ist das vielleicht ein Wetter im Moment! Erst fast 15 Zentimeter Neuschnee, dann Wind und noch mehr Schnee - Schnee, der dann aufgetaut ist, um in der gleichen Nacht wieder zu gefrieren, um dann wieder mit Schnee und zum Schluss nochmals mit ein bisschen Schneeregen bedeckt zu werden. Pfui.
In solchen Zeiten muss ich immer zu ganz deftigem und/oder scharfem Essen greifen, um die Lebensgeister wenigstens ein bisschen wach zu kitzeln. Irgendwas mit Kartoffeln und dicker Bratensauce oder Wurst. Oder eben Curry, am besten so scharf, dass einem danach die Ohren wackeln.
So geschehen bei diesem indisch inspirierten Linsen-Curry. Obwohl es natürlich davon abhängt, welche Chillischoten und wie viel davon ihr verwendet. So oder so ein guter Kontrast zu den weihnachtlichen Süssigkeiten, die einem momentan auf Schritt und Tritt begegnen.
Rezept für scharfes Linsen-Curry:
3 grosse Tomaten
1 Zwiebel
2 Chillischoten (die kleinen Scharfen)
1 Knoblauchzehe
1,5 TL Senfsamen
1 TL Cumin
1 TL Garam Masala
1 TL gemahlener Koriander
1,5 TL Kurkuma
2 Tassen rote Linsen
5 Tassen Wasser
1 EL Tomatenmark
Einen kräftigen Schuss Kokoscrème
Salz und schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
Öl zum Dünsten
1.) Die Tomaten kurz mit kochendem Wasser überbrühen und anschliessend pellen. Würfeln und zur Seite stellen.
2.) Zwiebel schälen und hacken, Chillischoten der Länge nach halbieren, die Kerne entfernen und klein schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und auspressen. Alles zusammen in einem grossen Topf mit ein wenig Öl anschwitzen. Nach und nach die Senfsamen und die Gewürze zugeben und kurz Mitdünsten.
3.) Die Linsen sowie vier Tassen Wasser zugeben, Tomaten und Tomatenmark einrühren und anschliessend einkochen lassen.
4.) Wenn die Flüssigkeit aufgesogen ist, die fünfte Tasse Wasser sowie die Kokosmilch untermischen und alles für ein paar weitere Minuten köcheln lassen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Basmati-Reis oder Fladenbrot servieren.
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Donnerstag, 6. Dezember 2012
Pistazien-Guetzli
In Sachen Weihnachtsgebäck gehöre ich definitiv nicht zu den Traditionalisten. Bei Mailänderli schläft mir das Gesicht ein, an Brunsli verschlucke ich mich regelmässig und die Glasur von Zimtsternen tut mir an den Zähnen weh.
So kommt es, dass ich mich jedes Jahr auf die Suche nach neuen Guetzli-Rezepten mache. Walnuss-Herzli, Kokos-Gnocchi und Pfeffernüsse habe ich schon durch, aber bis auf die Herzli hat es noch kein Keks ein zweites Mal auf den Gabentisch geschafft. Ob das bei diesen Pistazien-Guetzli anders wird...?
Gut gefällt mir, dass die Pistazien durch das Backen einen schönen, nussigen Geschmack entfalten - etwas, was ich bei den eher faden Pistazien sonst immer vermisse. Auch die Kombination mit Aprikosenmarmelade - als Abwechslung zum beliebten Johannisbeergelee - finde ich lecker. Jetzt kommt es nur noch drauf an, wie haltbar die Guetzli sind. Oder ob sie schon nach zwei Tagen zu Staub zerfallen und nur noch mit Kaffee geniessbar sind...
Rezept:
150 g warme Butter
100 g Zucker
1 Päckli Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
250 g Mehl
50 g ungesalzene Pistazien
3 EL Aprikosenmarmelade
1 EL Wasser
1.) Die Butter in einer Schüssel weich rühren. Zucker, Vanillezucker, Salz und Ei dazu geben und so lange rühren, bis die Masse hell ist.
2.) Das Mehl darüber sieben. Die Pistazien hacken und untermischen, dann alles zu einem Teig verkneten und für ca. 30 Minuten kalt stellen.
3.) Den Teig portionenweise auf etwas Mehl ca. 3 mm dick ausrollen und runde Guetzli ausstechen. Backen bei 200 Grad für 6 bis 7 Minuten und anschliessend auskühlen lassen.
4.) Marmelade und Wasser in einem kleinen Topf mischen und erwärmen. Danach die eine Hälfte der Guetzli damit bestreichen und die anderen darauf setzen. Mit Puderzucker bestäuben und fertig.
(Das Rezept ist im Original von Betty Bossi. Ich habe lediglich Kleinigkeiten abgeändert, insbesondere beim Backen und Kaltstellen.)
Donnerstag, 22. November 2012
Bangers and Mash - reloaded
Letztens hatte ich mit einer Freundin eine sehr angeregte Diskussion darüber, wie man Bratwürste am besten zubereitet. Sie war der Meinung, man dürfe sie nur auf den Grill legen, Bratwürste in der Pfanne seien ihr ein Graus, überzogen von einer fetten Schicht Bratbutter, igitt igitt, da helfe auch die Zwiebelsauce, die traditionell dazu serviert wird, nichts mehr...
Ich dagegen mag sie genau so am liebsten: Mit einer dicken Sauce, am besten mit Pommes dazu oder mit Kartoffelstock, mein liebstes Hüttenessen, wenn ich dann mal im Skiurlaub bin. Und wenn die Wurst vor Butter glänzt, um so besser (was das wohl über meine Beziehung zu Fett aussagt...?)!
Allerdings finde ich, dass man Bratwürste mit Zwiebelsauce so und so zubereiten kann. Zwischendurch experimentiere ich halt gerne mit Gewürzen und Zutaten und bringe so eigentlich traditionelle Gerichte etwas durcheinander. Der leicht süssliche und mit Zimt gewürzte Kartoffelstock passt aber ganz toll zur Bratensauce und den durch das andünsten ebenfalls leicht süssen Zwiebeln. Bangers and Mash - reloaded!
Für die "Bangers":
2 Bratwürste
2 Zwiebeln
1 TL Mehl
0,5 TL Paprikapulver
2 dl Bouillon
2 Lorbeerblätter
3 Zweiglein Thymian
Wenig Majoran
Sahne zum Verfeinern
Butter zum Anbraten
Rotwein zum Ablöschen
1.) Die Zwiebeln in Ringe schneiden und in einer Bratpfanne mit etwas Butter anschwitzen, bis sie glasig werden. Mehl und Paprika dazugeben und kurz mitdünsten.
2.) Mit einem kräftigen Schuss Rotwein ablöschen und unter Rühren kurz einziehen lassen. Die Bouillon, die Lorbeerblätter, den Thymian und wenig Majoran dazu geben und einkochen lassen. Zum Schluss mit etwas Sahne verfeinern.
3.) Kurz bevor die Sauce fertig ist, die Bratwürste in Stücke schneiden und mit wenig Butter in einer separaten Pfanne anbraten. Zur Sauce geben und nochmals für ein bis zwei Minuten köcheln lassen, damit sich das Bratfett mit der Sauce vermischt.
2 grosse Süsskartoffeln
2 grosse Kartoffeln, mehlig kochend
1 Prise Zimt
1-2 Prisen Muskatnuss
1 TL Butter
Schuss Milch
1.) Kartoffel schälen und würfeln, anschliessend in Salzwasser weich kochen.
2.) Das Wasser abgiessen und die Kartoffeln pürieren oder durch das Passe-Vite drehen. Die Gewürze, die Butter und die Milch dazu geben und vermischen, bis der Kartoffelstock schön cremig ist.
Beides zusammen servieren - än Guätä!
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Kartoffeln
Samstag, 17. November 2012
Nachgekocht: Ricotta-Kugeln
"Du dumme Nuss!"
Das dachte ich vor ein paar Tagen, als ich aus Versehen meinen letzten Post über mein höchst gelungenes Boeuf Stroganoff einfach so gelöscht hatte. Nein, das stimmt nicht ganz, ich habe eigentlich noch viel Schlimmeres gedacht (schliesslich hatte ich das Rezept nur im Blog eins zu eins aufgeschrieben), aber das möchte ich hier in der Öffentlichkeit nicht wiederholen.
Nur so viel sei gesagt: Aaaaaaargghhh...!
Statt diesem selbst entworfenen Rezept gibt's also ein Nachgekocht: Ricotta-Kugeln, im Original von La Mia Cucina. Dort heissen sie Ricotta-Ravioli und sind ein ganzes Stück feiner und weniger rustikal als meine Exemplare. Der Grund: Ich habe Hartweizengriess verwendet, da ich keinen Hartweizendunst auftreiben konnte. Schmeckt ebenfalls sehr lecker, erinnert aber mehr an Klösschen.
Die Füllung habe ich mit etwas Knoblauchsalz und Paprika angereichert, die gekochten Kugeln mit einem Tomaten-Sahne-Sösschen abgerundet.
Alles in allem ein tolles Rezept - danke dafür!
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Pasta
Sonntag, 4. November 2012
Schoko-Birnen-Scones
Was hilft besser gegen traurig-kalte Herbstgefühle als den Tag in der warmen Backstube zu verbringen, mit dem Duft von frischem Teig und Zimt in der Nase, während von draussen der Schneeregen gegen das Fenster geweht wird?
Frische Scones mit Schokochips und saftigen Birnenstückchen, dazu ein Glas Chai Latte, versüssten mir die dunklen Stunden nach dem Herbstanfang. Als es plötzlich um sechs Uhr schon stockdunkel wurde und dann auch noch unerwarteterweise der Schnee kam. In eine Wolldecke eingepackt und mit ein paar Kerzen um mich herum, habe ich die Welt einfach mal Welt sein lassen.
Ein Tag Kurzurlaub in den eigenen vier Wänden...
Rezept:
320 g Mehl
1 EL Backpulver
2 EL Zucker
1 Prise Salz
100 g Butter, kalt
40 g dunkle Schokolade
1 Birne
2 Eier
100 ml Milch
Milch, Zimt und Muskatnuss für die Glasur
1.) Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben, Zucker und Salz dazu geben und mischen. Die Butter in Flöckchen zugeben und verreiben, bis die Mischung krümelig wird.
2.) Die Schokolade hacken und zugeben. Eier und Milch verquirlen, in die Schüssel giessen und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Sollte das Ganze zu klebrig werden, etwas Mehl zufügen.
3.) Die Birne schälen, vierteln und anschliessend die Schnitze in Stücke schneiden. In den Teig kneten.
4.) Den Teig auf einer bemehlten Fläche ca. 2-3 cm dick ausrollen und mit einem Glas runde Scones ausstechen. Ein wenig Milch mit einer Prise Muskatnuss und zwei Prisen Zimt mischen und die Scones damit bestreichen.
5.) Backen bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen für ca. 15-20 Minuten.
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Donnerstag, 1. November 2012
Herbst
Der Herbst und ich sind keine Freunde und werden es wohl auch nie sein. Zu sehr bin ich Kind des Südens, wenn auch - genau genommen - nur zu einem Viertel. Doch das sizilianische Blut scheint dominant, denn wir können immer und überall...immer und überall frieren. Auch im Sommer bei 20 Grad im Schatten.
Doch wenn der Herbst sich von seiner goldenen Seite zeigt, wie dies noch vor zwei Wochen der Fall war, dann kann sogar ich ein Auge zudrücken und mich im Pulli ans Ufer des Zürichsees legen - zwar mit Schal unter dem Po gegen etwaige Verkühlungen, aber immerhin...
Ja, so mag ich das!
Was hilft gegen die kalte, trübe Stimmung? Heisses, süsses Glück. Ein warmer Backofen. Der Duft nach frischem Teig und geschmolzener Schokolade und ein wenig herber Birne. Mmmm....
Das Rezept gibt's ganz bald, wenn ich aus der Kältestarre erwacht bin!
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